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Evakuierung der Deutschen Volksgruppe aus dem Banat 1944
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Nach dem Königlichen Staatsstreich in RumĂ€nien im August 1944 wurde die kommende militĂ€rische Niederlage des Deutschen Reichs im Zweiten Weltkrieg auch in RumĂ€nien sichtbar. Der Frontwechsel des Landes kam fĂŒr die VolksgruppenfĂŒhrer und die Wehrmachtsangehörigen im Banat völlig ĂŒberraschend. PlĂ€ne zur Evakuierung der Deutschen Volksgruppe aus dem Banat stieĂen besonders auf den Widerstand der SS-FĂŒhrung im serbischen Belgrad.
Mit dem Unternehmen Behrends drangen deutsche Einheiten zwar nach RumĂ€nien vor, wobei die SS-Polizei-Division noch die Flucht von etwa 12.000 Banater Schwaben ermöglichte. Als jedoch die Rote Armee Anfang Oktober 1944 schnell nach Westen vorstieĂ, gelang die Evakuierung der Westbanater Schwaben aufgrund widersprĂŒchlicher Befehle und mangelnder Organisation nur noch zum Teil. Auch wollten viele der Donauschwaben ihr Haus und ihren Hof nicht verlassen.
Aus der Batschka wurde etwa die HÀlfte der deutschsprachigen Bevölkerung evakuiert, im rumÀnischen Banat etwa 30.000, im serbischen Banat gelang dies nur etwa 10 Prozent. Die Schuldfrage ist in der Geschichtsschreibung der Donauschwaben umstritten.
Contents
âą Geschichte
âą Vorgeschichte
âą Folgen
âą Rezeption
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
âą Anmerkungen
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Geschichte
Vorgeschichte
Situation im rumÀnischen Banat
Als der Krieg infolge des RĂŒckzugs der deutschen Truppen von der Ostfront auf das Königreich RumĂ€nien ĂŒbergriff, schloss das Land nach dem Königlichen Staatsstreich in RumĂ€nien am 23. August 1944 mit der Sowjetunion einen Waffenstillstand unter der Bedingung, dass RumĂ€nien auf der Seite der Sowjetunion gegen seinen vormaligen VerbĂŒndeten Deutschland den Krieg fortsetzte.cite-ref-mariana-hausleitner-s-58-1-0[1] Die Lage in Bukarest war jedoch noch nicht entschieden, zeitweilig hatte es den Anschein, als wĂŒrde es den deutschen Truppen in und um Bukarest unter Generalleutnant Alfred Gerstenberg mit dem Unternehmen Margarethe IIcite-ref-2[A 1] gelingen, den Putsch niederzuschlagen. AuĂerdem wurde mit einer Reaktion der sich im serbischen Banat und in Ungarn befindlichen deutschen bzw. ungarischen StreitkrĂ€fte gerechnet. In VrĆĄac (Werschetz) lag ein Teil der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division âPrinz Eugenâ, in Detta ein Bataillon der Spezialeinheit âBrandenburgâ.cite-ref-3[2]
Die deutsche Front brach jedoch bald zusammen und die Rote Armee stand Anfang September im rumĂ€nischen Banat. Auch die rumĂ€nische Besatzung der Stadt TimiÈoara (deutsch Temeswar) ging Anfang September auf die sowjetische Seite ĂŒber.cite-ref-mariana-hausleitner-s-58-1-1[1] Bereits Ende August kontrollierten rumĂ€nische Behörden bereits weite Teile der Region.cite-ref-stephan-olaf-sch-ller-s-448-4-0[3] Von deutschen und ungarischen Truppen wurden vereinzelt Versuche einer Gegenoffensive unternommen, was zu Zerstörungen in vielen Dörfern fĂŒhrte.cite-ref-hans-heinrich-rieser-s-98-5-0[4] StabsfĂŒhrer Andreas RĂŒhrig ordnete am 9. September die Evakuierung der im rumĂ€nischen Teil des Banats lebenden Schwaben nach Serbien an,cite-ref-mariana-hausleitner-s-58-1-2[1] jedoch verhinderte die sich rasch verĂ€ndernde Front die geplante vollstĂ€ndige Evakuierung der deutschsprachigen Bevölkerung, die sich bis zuletzt in ihrer groĂen Mehrzahl gegen diese MaĂnahme gewehrt hatte.cite-ref-hans-heinrich-rieser-s-98-5-1[4] Etwa 30.000 kamen dieser Aufforderung nach.cite-ref-6[5]
Situation im serbischen Banat
â
Hauptartikel
:
Serbien im Zweiten Weltkrieg
Nach der deutschen Besetzung des Königreichs Jugoslawien im Balkanfeldzug (1941) wurde Josef Janko zum âVolksgruppenfĂŒhrerâ der Deutschen Volksgruppe im Banat und Serbien ernannt.cite-ref-b-hm-7-0[6] Einige der im Wesentlichen in der Vojvodina, dem serbischen Teil des Banats, lebenden Serbiendeutschen beteiligten sich an Besatzungsaufgaben. Etwa 22.000 dienten teils freiwillig, teils zum Dienst verpflichtet in der 1942 aufgestellten 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division âPrinz Eugenâ und nahmen am Partisanenkrieg gegen die Jugoslawische Volksbefreiungsarmee teil, wobei sie fĂŒr ihre brutalen Repressalien und völkerrechtswidrigen ErschieĂungen von Zivilisten bekannt wurden.cite-ref-8[7]
Ende September 1944 bewegten sich auf den Banater StraĂen nur mĂ€Ăig groĂe Trecks in Richtung Westen. Innerhalb der Westbanater VolksgruppenfĂŒhrung in Zrenjanin (GroĂ-Betschkerek) gab es in den ersten Septembertagen keine Klarheit ĂŒber die Lage. Es lag eine Zusicherung vor, dass eine deutsche Panzerarmee im Anmarsch begriffen sei, zudem sprachen verunsicherte Ortsabordnungen vor und suchten Rat oder verlangten verbindliche Anweisungen. Viele Einheimische der deutschen Minderheit hatten wenig Ambitionen ihre angestammte Heimat zu verlassen.cite-ref-9[8]cite-ref-10[A 2] Angesichts der nun durch die Vojvodina ziehenden Trecks mit âVolksdeutschenâ aus dem rumĂ€nischen Banat machte sich bei vielen Serbiendeutschen eine Stimmung breit, die ein Verbleiben favorisierte.cite-ref-11[9]cite-ref-12[10] Jedoch lieferten Abstimmungen in den Ortschaften durchaus unterschiedliche Ergebnisse. Sprachen sich in Nakovo (Nakodorf) 90 Prozent und in Zrenjanin noch 80 Prozent der âvolksdeutschenâ Befragten fĂŒr den Verbleib aus, so stimmten in Mokrin lediglich 60 Prozent gegen eine Evakuierung.cite-ref-13[11]
Evakuierungsplan fĂŒr das serbische Banat
Josef Janko hatte von Jakob Awendercite-ref-14[12]cite-ref-15[A 3] einen auf den 2. September 1944 datierten Evakuierungsplan ausarbeiten lassen, der damit zehn Tage nach dem Umschwenken RumĂ€niens vorlag. Elfried Kirschner wurde von der SS-Division âPrinz Eugenâ abgestellt um die Evakuierung der Kranken und Gebrechlichen zu organisieren. Adam Maurus zeichnete fĂŒr die Evakuierung der SchĂŒler verantwortlich und arbeitete mit der Kinderlandverschickung zusammen.cite-ref-16[13]cite-ref-17[14]cite-ref-18[A 4] SS-SturmbannfĂŒhrer und Leiter des ErgĂ€nzungskommando der Waffen-SS Johann Keks war mit der Organisation der Verteidigung mit allen ihm zur VerfĂŒgung stehenden KrĂ€ften betraut, jedoch gab er diese Aufgabe aus gesundheitlichen GrĂŒnden an Karl Heim ab. Dieser beorderte pro Ort jeweils 50 MĂ€nner der Deutschen Mannschaft zur Verteidigung ihrer Trecks vor Angriffen der Partisanen.cite-ref-19[A 5] Schwangere Frauen, Frauen mit kleinen Kindern und Ăltere sollten zuerst per Bahn evakuiert werden. Der Rest der deutschen Minderheit sollte in organisierten Gruppen folgen.cite-ref-20[15]
Im Einklang mit den fĂŒnf Kreisen des serbischen Banats sollten fĂŒnf Marschgruppen vom jeweils zustĂ€ndigen Kreisleiter angefĂŒhrt werden. Diese Gruppen waren in 53 Marschkolonnen unterteilt, die jeweils von einem Dorf angefĂŒhrt werden sollten, hinzustoĂende Ortsgruppen sollten sich den Kolonnen anschlieĂen. Zur Verbesserung der MobilitĂ€t wurden die Kolonnen in Zehnergruppen aufgebrochen. Jede der Kolonnen sollte ĂŒber einen AnfĂŒhrer, Geleitschutz, einen Mediziner, eine Hebamme, einen Jugendwart, einen Frauenwart, sowie einen Wagen mit medizinischen GerĂ€ten, Ersatzteilen und Werkzeugen, Archiven, dem Gemeindebuch und Kohlen und Benzin verfĂŒgen.cite-ref-21[16]
Der Plan gab den Evakuierungsweg mit Entfernung und Marschdauer an, ĂŒber den die Kolonnen zu den fĂŒr sie vorgesehenen, ĂŒber den Fluss TheiĂ fĂŒhrenden BrĂŒcken gelangen konnten. Erste Hauptzielorte bildeten die Ortschaften Novi BeÄej (Neu-Betsche), Aradac (Aradatz) und Titel, wo die TheiĂ ĂŒberschritten werden sollte, um von dort in die benachbarte Batschka zu gelangen.cite-ref-georg-wildmann-teil-1-22-0[17] Bei Titel bestand eine EisenbahnbrĂŒcke, bei Aradac hatte Janko eine PontonbrĂŒcke errichten lassencite-ref-23[A 6] und bei Novi BeÄej wartete eine FĂ€hre.cite-ref-johann-w-scht-s-136-24-0[18]cite-ref-josef-janko-s-247-25-0[19] Die nach Belgrad fĂŒhrende BrĂŒcke bei PanÄevo (Pantschowa) durfte von den Zivilisten nicht benutzt werden, da sie aus strategischen GrĂŒnden fĂŒr die Benutzung durch die Wehrmacht reserviert war.cite-ref-26[20] Im Gegensatz zu den permanenten Umsiedlungen Heim ins Reich wie zum Beispiel bei den Bessarabiendeutschen, Bukowinadeutschen, Dobrudschadeutschen oder Galiziendeutschencite-ref-zoran-janjetovi-disappearance-of-the-germans-s-6-27-0[21] war bei der von Janko organisierten Evakuierung kein endgĂŒltiges Verlassen des Landes geplant, sondern ein Ausweichen aus dem voraussichtlichen Kampfgebiet, um spĂ€ter wieder zurĂŒckzukehren.cite-ref-johann-w-scht-s-136-24-1[18]cite-ref-josef-janko-s-247-25-1[19]
âGeheimer FĂŒhrerbefehlâ und âBesonders Eilige VerfĂŒgungâ
Der Höhere SS- und PolizeifĂŒhrer Hermann Behrends residierte von 1943 und 1944 in Belgrad. Behrends untersagte der VolksgruppenfĂŒhrung des jugoslawischen Banats die Einleitung der Evakuierung. Er berief sich in einem Schreiben an Janko auf einen auf den 10. September 1944 datierten âGeheimen FĂŒhrerbefehlâ:cite-ref-28[22]
âEs ist strikter FĂŒhrerbefehl, dass die Volkgruppe im Banat bleibt. Sie mĂŒssen sofort entsprechend auf Ihre Amtswalter einwirken. [...] Ich erwarte von Ihnen gröĂtmögliche UnterstĂŒtzung bei der Durchschleusung der Deutschen aus RumĂ€nien. Im ĂŒbrigen ist die Sache als geheime Reichssache zu behandeln, d.h. insbesondere darf es dem Einzelnen gegenĂŒber nicht in Erscheinung treten, dass es sich um einen FĂŒhrerbefehl handelt. Heil Hitler, Ihr Behrendsâ
Behrends gab sowohl dem Sicherheitsdienst des ReichsfĂŒhrers SS im Banat als auch der Polizei und dem Grenzschutz den Befehl, jede Evakuierung und jeden Ăbergang ĂŒber die TheiĂ nach Ungarn zu verhindern.cite-ref-29[23]
Auf Weisung Adolf Hitlers gab ReichsfĂŒhrer SS Heinrich Himmler am 13. September 1944 eine âBesonders Eilige VerfĂŒgungâ heraus, die âVolksdeutschenâ vor der rasch durch RumĂ€nien in Richtung Banat vorstoĂenden Roten Armee in Sicherheit zu bringen. Aus dem rumĂ€nischen Banat sollten höchstens 30.000, aus dem serbischen Banat höchstens 80.000 Deutsche evakuiert werden. Als der Kommandeur des V. SS-Freiwilligen-Gebirgskorps, SS-ObergruppenfĂŒhrer Artur Phleps, im rumĂ€nischen Banat wesentlich mehr Personen evakuierte als von Himmler erlaubt, befahl dieser die Einstellung der RĂ€umung und erlieĂ fĂŒr das serbische Banat ein strenges Evakuierungsverbot. Jankos Gesuch an den MilitĂ€rbefehlshaber in Serbien die 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division âPrinz Eugenâ aus der Gegend um den Fluss Timok in das Banat zu verlegen wurde abgewiesen, da die Division aus militĂ€rischen GrĂŒnden in den Raum der Stadt NiĆĄ verlegt wurde. Die allgemeine Evakuierung aber wurde auf Betreiben Behrends und seines Stellvertreters, SS-BrigadefĂŒhrer Richard Fiedler, immer wieder hinausgezögert, gegen deren Befehle sich Janko nicht durchsetzen konnte.cite-ref-30[24]
âUnternehmen Behrendsâ und âEvakuierungskommando Fiedlerâ
Gegen den Widerstand im Stab des deutschen MilitĂ€rbefehlshabers SĂŒdost setzte Behrends durch, zur AufklĂ€rung in das rumĂ€nische Banat einzudringen. Er hatte den ehrgeizigen Plan, als RĂŒckeroberer von TimiÈoara in die Geschichte einzugehen.cite-ref-georg-wildmann-teil-1-22-1[17] Die Literatur beschreibt den Plan als âvöllig aussichtlosâ.cite-ref-stephan-olaf-sch-ller-s-448-4-1[3]
Das vom 11. bis 30. September 1944 dauernde Unternehmen Behrends hatte die schwach ausgerĂŒstete 4. SS-Polizei-Panzergrenadier-Division zur VerfĂŒgung, die Behrends von VrĆĄac aus auf TimiÈoara vorrĂŒcken lieĂ mit dem Auftrag, aufzuklĂ€ren, wieweit das rumĂ€nische Banat von den Sowjets besetzt sei. Dann bildete er eine âKampfgruppe Behrendsâ hauptsĂ€chlich bestehend aus Waffen-SS-Urlaubern und MĂ€nner der Banater VerfĂŒgungstruppe aus der Deutschen Mannschaft â gegen den Protest Jankos. Diese âVerfĂŒgungstruppe Michel Reiserâ bestand aus 10 Kompanien zu je 120 â 150 Mann aus Teilen der stĂ€dtischen âDeutschen Mannschaftâ, aus Ă€lteren SchĂŒlern und dem Arbeitsdienstjahrgang. Janko hatte diese Schutztruppe aufstellen lassen, damit sie hinter der Front die abziehende Bevölkerung vor den Partisanenangriffen schĂŒtze.cite-ref-31[25] Die Kampfgruppe startete am 13. September von Srpska Crnja (Deutsch-Zerne) im Nordbanat ihren Zug auf TimiÈoara. Sie gelangte am 20. September bis in die VorstĂ€dte von TimiÈoara. Darauf meldete Behrends an Himmler, TimiÈoara sei erobert und wurde daraufhin sofort mit dem das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Die Kampfgruppe wurde aber unter Verlusten von den rumĂ€nischen und sowjetischen Truppen aus der Stadt gedrĂ€ngt und zog sich ins jugoslawische Banat zurĂŒck.cite-ref-mariana-hausleitner-s-58-1-3[1]
Die SS-Polizeidivision, die von VrĆĄac aus vorrĂŒckte, stieĂ etwa 30 bis 40 km vor TimiÈoara auf starken Widerstand und musste sich unter starkem NachdrĂ€ngen der ĂŒberlegenen RumĂ€nen wieder Richtung VrĆĄac zurĂŒckziehen. Ihr Befehlshaber JĂŒrgens schrieb am 2. Oktober 1944 an Himmler, die Division habe aus eigenem Entschluss aus sieben deutschen Gemeinden Denta, Deta (Detta), Liebling, Voiteg (Woiteg), Biled (Billed), Èag (Schag) und CÄrpiniÈ (Gertianosch) rund 12.000 Schwaben evakuiert.cite-ref-anton-scherer-s-9-32-0[26] Diese hĂ€tten sich beklagt, dass sich nach dem Abfall RumĂ€niens niemand von der VolksgruppenfĂŒhrung um sie gekĂŒmmert hĂ€tte. Hans Ewald Frauenhoffer, GebietsfĂŒhrer des rumĂ€nischen Banats, erklĂ€rte das in seinem Bericht damit, dass kurz nach der Kapitulation RumĂ€niens die Amtswalter der VolksgruppenfĂŒhrung um Andreas Schmidt verhaftet worden seien. Frauenhoffer selbst habe sich versteckt; die neue und provisorische VolksgruppenfĂŒhrung in Jimbolia (Hatzfeld), die â wie er â versuchte habe ihr Bestes zu tun, hĂ€tte aber nur wenig Erfolg gehabt.cite-ref-33[27] Biled wurde am 22. September eingenommen, CÄrpiniÈ am 26.cite-ref-anton-scherer-s-9-32-1[26]
Mit den zurĂŒckgehenden Soldaten des âUnternehmens Behrendsâ begannen Trecks mit Banater Schwaben aus dem rumĂ€nischen Banat aufzutauchen. Nun dachte Janko daran, die eigenen Leute zwischen die Wagen einzuschleusen und mitfahren zu lassen. Als Behrends von diesen PlĂ€nen erfuhr, setzte er das âEvakuierungskommando Fiedlerâ â benannt nach BrigadefĂŒhrer Fiedler â ein, das den strengen Befehl hatte zu verhindern, dass sich unter die Trecks aus RumĂ€nien serbische Banater mischten.cite-ref-34[28]
Bis zum Scheitern des âUnternehmens Behrendsâ um den 20. September ging so fĂŒr eine vollstĂ€ndige Evakuierung entscheidende Zeit verloren. Noch am 28. September gab Behrends auf Anfrage telefonisch durch:cite-ref-josef-beer-s-116f-35-0[29]
âJeder, der es wagt, gegen mein ausdrĂŒckliches Verbot eine Evakuierung einzuleiten oder zu begĂŒnstigen, wird von mir vor das Kriegsgericht gestellt und muss mit der Todesstrafe rechnen.â
Folgen
Das âUnternehmen Behrendsâ war gescheitert, allerdings mobilisierte es die russischen KrĂ€fte der SĂŒdwestfront, die in Wartestellung fĂŒr einen GroĂangriff auf Belgrad standen. Die 2. und 3. Ukrainische Front unter den SowjetmarschĂ€llen Rodion Jakowlewitsch Malinowski und Fjodor Iwanowitsch Tolbuchin gruppierten ihre Truppen gerade um. Provoziert vom âUnternehmen Behrendsâ brachen die Sowjettruppen am 30. September bei JaĆĄa TomiÄ (Modosch) und KrajiĆĄnik (Stefansfeld) in das serbische Banat ein und erreichten bereits am 1. Oktober Zrenjanin.cite-ref-36[30] Erst als die Rote Armee nördlich an Zrenjanin vorbei zur TheiĂ vorstieĂcite-ref-zoran-janjetovi-37-0[31] genehmigte Behrends am Abend des gleichen Tages (17.00 Uhr)cite-ref-josef-beer-s-116f-35-1[29] die allgemeine Evakuierung des Banats. In dieser Lage konnte jedoch der vorab sorgsam ausgearbeitete Evakuierungsplan nicht mehr umgesetzt werden.cite-ref-zoran-janjetovi-disappearance-of-the-germans-s-6-27-1[21]
FĂŒr eine Reihe von ĂŒberwiegend deutschsprachigen Ortschaften hĂ€tte noch die Möglichkeit bestanden, einen sofortigen Aufbruch zur Flucht zu unternehmen, doch fehlte dazu die nötige Entschlossenheit.cite-ref-38[32] Zudem wurde die Evakuierung stark von schwerem Regen behindert, der ĂŒber einige Tage andauerte.cite-ref-39[33] Wer aber aus Zrenjanin flĂŒchten wollte, konnte sich mit den militĂ€rischen Einheiten ĂŒber die östlich Aradac (Aradatz) liegende und verteidigte BrĂŒcke ĂŒber die TheiĂ in die Batschka absetzen, so auch Janko. Die regional unterschiedlichen VerteidigungskĂ€mpfe auf dem Westbanater Gebiet, die hauptsĂ€chlich von der Banater VerfĂŒgungstruppe getragen wurden, dauerten noch einige Tage an, bis schlieĂlich um den 6. Oktober 1944 das gesamte Banat von Partisanen und Sowjettruppen besetzt war, ohne dass gröĂere Teile der Banater Deutschen evakuiert worden wĂ€ren.cite-ref-40[34] Am 8. Oktober telegrafierte Behrends an Himmler, dass keine weiteren Trecks aus dem Banat mehr möglich seien. Von den letzten Trecks aus der Gegend um Belgrad konnten ânoch die Menschen gerettetâ werden, wĂ€hrend Wagen und GerĂ€t zurĂŒckbleiben mussten.cite-ref-41[35]
Nach den âGeheimen Monatsberichten der Volksdeutschen Mittelstelleâ fĂŒr Oktober und November 1944 erreichten nur etwa 15.000 âVolksdeutscheâ aus der Vojvodina und Serbien das Territorium des Deutschen Reichs;cite-ref-42[36] 160.000 von ihnen blieben nach dem russischen Einmarsch in der Vojvodina.cite-ref-43[37]
Am 21. November entzog der Antifaschistische Rat der Volksbefreiung Jugoslawiens (AVNOJ) der deutschen Minderheit die bĂŒrgerlichen Rechte und konfiszierte ihr Eigentum. Von den Jugoslawiendeutschen, die nicht mehr flĂŒchten konnten oder sich zum Bleiben entschlossen hatten, wurden bis Sommer 1945 ca. 90 Prozent interniert und erlebten eine Zeit schwerer Zwangsarbeit, Vergewaltigung, Folter und willkĂŒrlicher Exekutionen.cite-ref-zoran-janjetovi-37-1[31]cite-ref-44[38] Im Oktober 1945 begann Jugoslawien die âVolksdeutschenâ auszuweisen, doch nahmen die Besatzungsbehörden in Ăsterreich und Deutschland zu dieser Zeit nur wenige Transporte an, so dass die restlichen Deutschen erst ab 1951 abgeschoben werden konnten.cite-ref-45[39]cite-ref-46[A 7]
Aus dem rumĂ€nischen Banat wurde im Januar 1945 mit circa 33.000 Betroffenencite-ref-freihoffer-47-0[40] ein GroĂteil der deutschsprachigen Bevölkerung im arbeitsfĂ€higen Alter von 17 bis 45 Jahren fĂŒr meist fĂŒnf Jahre zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt.cite-ref-48[41] Der Beschluss zur Enteignung der deutschen Landwirte durch die Agrarreform im MĂ€rz 1945 wurde von allen damals aktiven politischen Parteien mitgetragen.cite-ref-hans-fink-49-0[42] Betroffen waren alle Angehörigen der Deutschen Volksgruppe in RumĂ€nien, ausschlieĂlich derer, die in der RumĂ€nischen Armee dienten. 75 Prozent der rumĂ€niendeutschen Bevölkerung lebte in lĂ€ndlichen Gebieten, davon wurden rund 95 Prozent enteignet. Die im Land verbliebenen â wie auch die geflĂŒchteten â RumĂ€niendeutschen verloren ihre staatsbĂŒrgerlichen Rechte, erhielten diese allerdings 1948 zurĂŒck.cite-ref-50[43] 1951 wurden im Zuge der Deportation in die BÄrÄgan-Steppe mehrere tausend Banater Familien in den SĂŒdosten RumĂ€niens verbracht und gezwungen dort neue Dörfer zu errichten.cite-ref-51[A 8] Die Mehrheit durfte 1955 zurĂŒckkehren.cite-ref-52[44]
Rezeption
Die Frage, wer an der missglĂŒckten Evakuierung die Schuld trĂ€gt, ist in der Literatur umstritten.cite-ref-53[45]
Zoran JanjetoviÄ meinte, dass es sicherlich das Zusammenspiel mehrerer Faktoren war, das die AusfĂŒhrung des Evakuierungsplan verhindert habe, so rĂŒckten die Sowjets unerwartet schnell vor; Hitler verzögerte aus politischen oder ideologischen GrĂŒnden seine Zustimmung; die Wehrmacht opponierte aus Sorge vor mit FlĂŒchtenden verstopften Nachschubwegen; der fĂŒr âvolksdeutscheâ Fragen zustĂ€ndige Himmler akzeptierte die hohe Zahl der in das âReichâ ziehenden FlĂŒchtenden nicht; Polizeichef Behrends hoffte auf Ruhm und Ehre fĂŒr die RĂŒckeroberung TimiÈoaras; in der ansĂ€ssigen Bevölkerung bestand eine weitreichende Ablehnung Haus und Hof zu verlassen, selbst als temporĂ€re MaĂnahme (so hieĂ es zumindest in der Propaganda), und das deutsche AuswĂ€rtige Amt wollte die einzigen verbleibenden VerbĂŒndeten der Region â die Ungarn und Kroaten â nicht durch Evakuierungen verunsichern.cite-ref-zoran-janjetovi-disappearance-of-the-germans-s-6-27-2[21]
Josef Janko berichtete von einem Treffen in der Zeit vom 7. bis 9. Oktober 1944 zwischen dem âVolksgruppenfĂŒhrersâ der Ungarndeutschen, Franz Anton Basch, Janko und SS-ObergruppenfĂŒhrer Werner Lorenz, Leiter der âVolksdeutschen Mittelstelleâ am Sitz der âBatschkaer GebietsfĂŒhrungâ des Volksbundes der Deutschen in Ungarn (VDU) in Sombor. Hier teilte Lorenz Janko mit, dass Behrends den FĂŒhrerbefehl gefĂ€lscht habe und dass der eigentliche FĂŒhrerbefehl auf Erlaubnis zur Evakuierung des Banates gelautet habe.cite-ref-54[46] Janko habe Basch darauf dringend angeraten âauf niemanden mehr zu hörenâ, auch nicht auf anwesende SS-Offiziere der Volksdeutschen Mittelstelle, sondern sofort den Auftrag zur Evakuierung durchzugeben, damit es den âBatschkaer Schwaben nicht so ergehe wie den Banatern.â Basch gab bald danach dem GebietsfĂŒhrer des Volksbundes der Batschka, Sepp Spreitzer, telefonisch die Anweisung zur Evakuierung, die dann am 9. Oktober 1944, in vereinzelten Orten aber auch schon frĂŒher stattfand.cite-ref-55[47] Etwa 70.500 Batschkaer Schwaben konnten so militĂ€rischem Operationsgebiet ausweichen, bevor die sowjetischen KrĂ€fte und die Partisanen um den 4. Oktober 1944 die TheiĂ ĂŒberschritten. Janko meinte, dass Himmler fĂŒr das Evakuierungsverbot verantwortlich sei.cite-ref-georg-wildmann-teil-2-56-0[48]cite-ref-57[A 9]
Der ehemalige Stabschef und Stellvertretercite-ref-johann-b-hm-s-24-58-0[49] Jankos, Josef Beer, merkte an, dass es sich bis Kriegsende nicht mehr eindeutig klĂ€ren lieĂ, ob Behrends tatsĂ€chlich eine Weisung von Hitler erhalten oder nur seine Vollmachten ausgeschöpft habe.cite-ref-josef-beer-s-116f-35-2[29] Beer vertrat die Ansicht, dass Behrends die Verantwortung fĂŒr das Evakuierungsverbot trage.cite-ref-georg-wildmann-teil-2-56-1[48]cite-ref-59[A 10]
Der vormalige NS-Amtswaltercite-ref-johann-b-hm-s-24-58-1[49] Johann WĂŒscht erklĂ€rte, dass Behrends zwar den Ehrgeiz gehabt habe, als Eroberer von TimiÈoara berĂŒhmt zu werden,cite-ref-60[50] letztendlich macht WĂŒscht aber Hitler fĂŒr das Evakuierungsverbot verantwortlich.cite-ref-georg-wildmann-teil-2-56-2[48]cite-ref-61[A 11]
Die Dokumentation der Vertreibung fĂŒhrt aus: âDas Durcheinander der Befehle, die unklare Kompetenzverteilung und bis zu einem gewissen Grade das Versagen der zur Organisation herangezogenen Vertreter der âVolksdeutschen Mittelstelleâ machten eine systematische Evakuierung in vielen Dörfern unmöglich.âcite-ref-62[51]
Literatur
⹠Johann Böhm: Die deutschen Volksgruppen im unabhÀngigen Staat Kroatien und im serbischen Banat: ihr VerhÀltnis zum Dritten Reich 1941-1944. Peter Lang, 2012. ISBN 3-631-63323-8, 530 S.
âą Radu PaiuÈan, Octavian Vlad: ApÄrarea TimiÈoarei. AugustâSeptembrie 1944 (documenti Èi memorii). Deutsch: Die Verteidigung TimiÈoaras. August â September 1944 (Dokumente und Erinnerungen). TimiÈoara 1997, in rumĂ€nischer Sprache.
âą Zoran JanjetoviÄ: Between Hitler and Tito: The Disappearance of the Vojvodina Germans. Selbstverlag, 2000. ISBN 86-906811-0-8, 346 S., in englischer Sprache.
Weblinks
⹠Georg Wildmann: Die gescheiterte Evakuierung der Westbanater Schwaben. Ein Teilaspekt der Tragödie der Donauschwaben. Pasching, Langholzfeld, 29. November 2003 Teil 1, 2 und 3
Einzelnachweise
cite-note-mariana-hausleitner-s-58-11. â Mariana Hausleitner: Vom Faschismus zum Stalinismus: deutsche und andere Minderheiten in Ostmittel- und SĂŒdosteuropa 1941-1953. Instituts fĂŒr Deutsche Kultur und Geschichte SĂŒdosteuropas, 2008. ISBN 3-9811694-0-9, S. 58.
cite-note-32. â Theodor Schieder, Werner Conze: Das Schicksal der Deutschen in RumĂ€nien. Band 3 der Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa. Bundesministerium fĂŒr Vertriebene, FlĂŒchtlinge und KriegsgeschĂ€digte, Deutscher Taschenbuch Verlag, 1984. ISBN 3-423-03272-3, S. 171 f.
cite-note-stephan-olaf-sch-ller-s-448-43. â Stephan Olaf SchĂŒller: FĂŒr Glaube, FĂŒhrer, Volk, Vater- oder Mutterland?: die KĂ€mpfe um die deutsche Jugend im rumĂ€nischen Banat (1918-1944). Band 9 der Studien zur Geschichte, Kultur und Gesellschaft SĂŒdosteuropas, LIT Verlag MĂŒnster, 2009, ISBN 3-8258-1910-8, S. 448.
cite-note-hans-heinrich-rieser-s-98-54. â Hans-Heinrich Rieser: Das rumĂ€nische Banat: eine multikulturelle Region im Umbruch : geographische Transformationsforschungen am Beispiel der jĂŒngeren Kulturlandschaftsentwicklung in SĂŒdwestrumĂ€nien. Franz Steiner Verlag, 2001. ISBN 3-7995-2510-6, S. 98
cite-note-65. â Johann Böhm: Hitlers Vasallen der Deutschen Volksgruppe in RumĂ€nien vor und nach 1945. Lang, 2006. ISBN 3-631-55767-1, S. 184.
cite-note-b-hm-76. â Johann Böhm: Die deutschen Volksgruppen im unabhĂ€ngigen Staat Kroatien und im serbischen Banat: ihr VerhĂ€ltnis zum Dritten Reich 1941â1944. Peter Lang, 2012. ISBN 3-631-63323-8, S. 14.
cite-note-87. â Thomas Casagrande: Die volksdeutsche SS-Division âPrinz Eugenâ: Die Banater Schwaben und die nationalsozialistischen Kriegsverbrechen. Campus Verlag, Frankfurt/Main 2003, ISBN 3-593-37234-7. S. 196.
cite-note-98. â Josef Beer: Leidensweg der Deutschen im kommunistischen Jugoslawien. Band I, Ortsberichte, Arbeitskreis Dokumentation, MĂŒnchen/Sindelfingen 1991, S. 41.
cite-note-119. â Josef Beer, S. 36.
cite-note-1210. â Josef Janko, S. 244.
cite-note-1311. â Gojko Malovi: Vojna uprava u Banatu 1944â45. Magisterarbeit, Belgrad 1979, S. 102. In: Zoran JanjetoviÄ: Die Konflikte zwischen Serben und Donauschwaben. (Memento vom 9. Dezember 2014 im Internet Archive)
cite-note-1412. â Johann Böhm: Die deutschen Volksgruppen im UnabhĂ€ngigen Staat Kroatien und im serbischen Banat. Ihr VerhĂ€ltnis zum Dritten Reich 1941â1944. Peter Lang, 2013. ISBN 978-3-631-63323-6, S. 14, 22.
cite-note-1613. â Heimatbuch der Stadt Weisskirchen im Banat. Verein Weisskirchner Ortsgemeinschaft, Salzburg 1980, S. 209.
cite-note-1714. â Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ostmittel- und Osteuropa in den Jahren 1945 bis 1948. Band III: Das Schicksal der Deutschen in RumĂ€nien. Bundesministerium fĂŒr Vertriebene, FlĂŒchtlinge und KriegsgeschĂ€digte, 1957. S. 88E.
cite-note-2015. â Josef Janko: Weg und Ende deutschen Volksgruppe in Jugoslavien. Stocker, 1982. ISBN 3-7020-0415-7, S. 240.
cite-note-2116. â Josef Janko, S. 241.
cite-note-georg-wildmann-teil-1-2217. â Georg Wildmann: Die gescheiterte Evakuierung der Westbanater Schwaben. Ein Teilaspekt der Tragödie der Donauschwaben. Teil 1, Pasching, Langholzfeld, 29. November 2003
cite-note-johann-w-scht-s-136-2418. â Johann WĂŒscht: Beitrag zur Geschichte des Deutschen in Jugoslawien 1934-1944: AktenmĂ€ssige Darstellung. 1966, S. 136.
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cite-note-zoran-janjetovi-disappearance-of-the-germans-s-6-2721. â Zoran JanjetoviÄ: The Disappearance of the Germans from Yugoslavia: Expulsion or Emigration? (Memento vom 31. MĂ€rz 2016 im Internet Archive) Gesellschaft fĂŒr serbisch-deutsche Zusammenarbeit, 1991. S. 6
cite-note-2822. â Josef Janko, S. 254.
cite-note-2923. â Johann WĂŒscht, S. 1285.
cite-note-3024. â Arnold Suppan: Hitler - BeneĆĄ - Tito: Konflikt, Krieg und Völkermord in Ostmittel- und SĂŒdosteuropa. Verlag der Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften, 2014. ISBN 3-7001-7560-4, S. 1456.
cite-note-3125. â Josef Janko, S. 260 ff.
cite-note-anton-scherer-s-9-3226. â Anton Scherer: Unbekannte SS-Geheimberichte ĂŒber die Evakuierung der SĂŒdostdeutschen im Oktober und November 1944 sowie ĂŒber die politische Lage in RumĂ€nien, Ungarn, der Slowakei, im Serbischen Banat und im âUnabhĂ€ngigen Staat Kroatienâ. Scherer, 1990. S. 9.
cite-note-3327. â Johann WĂŒscht, S. 132.
cite-note-3428. â Johann WĂŒscht, S. 129, 136.
cite-note-josef-beer-s-116f-3529. â Josef Beer, S. 116 f.
cite-note-3630. â Josef Beer, S. 125 f.
cite-note-zoran-janjetovi-3731. â Zoran JanjetoviÄ: Die Konflikte zwischen Serben und Donauschwaben. (Memento vom 9. Dezember 2014 im Internet Archive) In: Der Einfluss von Nationalsozialismus auf Minderheiten in Ostmittel- und SĂŒdeuropa. Herausgeber: Mariana Hausleitner, Harald Roth, IKS Verlag, MĂŒnchen 2006
cite-note-3832. â Josef Beer, S. 122 f.
cite-note-3933. â Bruce Mitchell, SaĆĄa KicoĆĄev: Geographical and Economic Influences on the Colonisation of the Banat In: Geographica Pannonica, 2/1998, S. 20â25.
cite-note-4034. â Josef Janko, S. 249â288.
cite-note-4135. â Thomas Casagrande: Die volksdeutsche SS-Division "Prinz Eugen": die Banater Schwaben und die nationalsozialisten Kriegsverbrechen. Campus Verlag, 2003. ISBN 3-593-37234-7, S. 293.
cite-note-4236. â Arnold Suppan, S. 1457.
cite-note-4337. â Michael Portmann, Arnold Suppan: Serbien und Montenegro im Zweiten Weltkrieg. In: Ăsterreichisches Ost- und SĂŒdosteuropa-Institut: Serbien und Montenegro: Raum und Bevölkerung â Geschichte â Sprache und Literatur â Kultur â Politik â Gesellschaft â Wirtschaft â Recht. LIT Verlag, MĂŒnster 2006, ISBN 3-8258-9539-4, S. 277 f.
cite-note-4438. â Michael Portmann, Arnold Suppan, S. 274â275.
cite-note-4539. â Zoran JanjetoviÄ: Between Hitler and Tito â The Disappearance of the Vojvodina Germans. In: Detlef Brandes: Flucht und Vertreibung (1938â1950). 2011, S. 24.
cite-note-freihoffer-4740. â Heinrich Freihoffer: Das Banat und die Banater Schwaben. Band 2: Der Leidensweg der Banater Schwaben im zwanzigsten Jahrhundert. Landsmannschaft der Banater Schwaben aus RumĂ€nien in Deutschland, MĂŒnchen 1983.
cite-note-4841. â Horst G. Klein, Katja Göring: RumĂ€nische Landeskunde. Gunter Narr Verlag, 1995, ISBN 3-8233-4149-9, S. 43.
cite-note-5043. â Christian-Erdmann Schott: In Grenzen leben â Grenzen ĂŒberwinden: zur Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts in Ost-Mittel-Europa. LIT Verlag, Berlin / Hamburg / MĂŒnster 2008, ISBN 978-3-8258-1265-2, S. 61.
cite-note-5244. â Wilhelm Weber: Und ĂŒber uns der blaue endlose Himmel â Die Deportation der Banater Schwaben in die Baragan-Steppe (Memento vom 3. August 2012 im Webarchiv archive.today)
cite-note-5345. â Georg Wildmann: Die gescheiterte Evakuierung der Westbanater Schwaben. Ein Teilaspekt der Tragödie der Donauschwaben. Pasching, Langholzfeld, 29. November 2003 Teil 1, 2 und 3 (Memento vom 31. Januar 2016 im Internet Archive)
cite-note-5446. â Josef Janko, S. 287 f.
cite-note-5547. â Josef Beer, S. 404â407, 367â618
cite-note-georg-wildmann-teil-2-5648. â Georg Wildmann: Die gescheiterte Evakuierung der Westbanater Schwaben. Ein Teilaspekt der Tragödie der Donauschwaben. Teil 2, Pasching, Langholzfeld, 29. November 2003
cite-note-johann-b-hm-s-24-5849. â Johann Böhm: Die deutsche Volksgruppe in Jugoslawien 1918-1941: Innen- und AuĂenpolitik als Symptome des VerhĂ€ltnisses zwischen deutscher Minderheit und jugoslawischer Regierung. Peter Lang, 2009. ISBN 3-631-59557-3, S. 24.
cite-note-6050. â Johann WĂŒscht, S. 128.
cite-note-6251. â Dokumentation, S. 73E.
Anmerkungen
cite-note-2A 1. â WĂ€hrend des Unternehmens Margarethe II wurde Bukarest von deutschen KrĂ€ften unter anderem auch bombardiert. (vgl. Narcis I. Gherghina: Bombardamentele germane asupra BucureĆtiului: 23-26 august 1944. In: Dosarele Istoriei. Nr. 8 (97), 2004, S. 35â38. In rumĂ€nischer Sprache.)
cite-note-10A 2. â Der Redakteur des âBanater Beobachtersâ, Georg Peierle, wĂ€hlte in der Ausgabe vom 3. September als Ăberschrift fĂŒr seinen Artikel âWir bleiben hier. Ein offenes Wort zur Lage.â (vgl. Josef Beer, S. 114 f.) Es steht nicht fest, ob Janko den Artikel vorher zur Durchsicht bekommen hat (vgl. Johann WĂŒscht, S. 136; Josef Janko S. 247). Es handelte sich hierbei nicht um eine amtliche Verlautbarung. âWir bleiben hierâ sollte nach den Vorstellungen Peierles die Einheimischen beruhigen (vgl. Josef Janko S. 247). Die Ăberschrift motivierte jedoch viele, die Heimat, Haus und Hof nicht verlassen wollten, zum Daheimbleiben. Jakob Awender rief die BĂŒrgermeister und Ortsgruppenleiter zu einer Besprechung des Evakuierungsplanes fĂŒr den 8. September nach Zrenjanin, da das Banat zum Kampfgebiet zu werden drohte und daher vorĂŒbergehend zu rĂ€umen wĂ€re (vgl. Josef Beer, S. 117, 124). Hierbei wurde der beabsichtigte Sinn der ZeitungsĂŒberschrift â das vorĂŒbergehende Ausweichen aus dem voraussichtliche Kampfgebiet â erklĂ€rt, jedoch kursierten inzwischen Abschriften des Artikels und viele kannten nur die Parole âWir bleiben hier!â, hatten aber den Artikel selbst nicht gelesen. (vgl. Georg Wildmann: Die gescheiterte Evakuierung der Westbanater Schwaben. Ein Teilaspekt der Tragödie der Donauschwaben. Teil 2, Pasching, Langholzfeld, 29. November 2003)
cite-note-15A 3. â Johann WĂŒscht nennt Wilhelm Neuner als Ausarbeiter des Plans (vgl. Johann WĂŒscht, S. 136).
cite-note-18A 4. â Adam Maurus standen jedoch nicht genug Bahnwaggons zur vollstĂ€ndigen Evakuierung der Kinder zur VerfĂŒgung (vgl. Heimatbuch Weisskirchen, S. 209). Die letzten Transporte verlieĂen am 1. Oktober 1944 Kovin (Kubin), PloÄica (Ploschitz) , Omoljica OmlĂłd (Homolitz) und Banatski Karlovac (Karlsdorf) (vgl. Dokumentation, S. 88E).
cite-note-19A 5. â Die bewaffneten Eskorten bestanden gröĂtenteils aus Alten und Jungen und Ă€hnelten in ihrer Zusammensetzung dem Volkssturm (vgl. Josef Beer, S. 36). Zudem Bestand ein Mangel an Schusswaffen (vgl. Zoran JanjetoviÄ, Between Hitler and Tito, S. 115).
cite-note-23A 6. â Der Ingenieur Peter Kullmann erhielt die Aufgabe, eine PontonbrĂŒcke ĂŒber die TheiĂ bei Aradac zu bauen, da sich nur bei Titel eine zur Ăberquerung geeignete Stelle befand. Die Arbeiten wurden von der technischen Abteilung des Kreisvorstands ausgefĂŒhrt (vgl. Josef Janko, S. 240; Josef Beer, S. 32).
cite-note-46A 7. â Im Januar 1946 beantragte die jugoslawische Regierung bei den Westalliierten die Ausweisung der, nach jugoslawischen Angaben, etwa 110.000 im Land verbliebenen Jugoslawiendeutschen nach Deutschland. Dies wurde jedoch abgelehnt. (vgl. Foreign Relations of the United States: Diplomatic Papers 1946 Vol.V, S. 135.)
cite-note-51A 8. â Von 40.320 Personen waren 9.410 deutscher Volkszugehörigkeit, die anderen betroffenen ethnischen Gruppen waren vorwiegend RumĂ€nen, Serben, Bulgaren und Ungarn.
cite-note-57A 9. â Janko gibt Behrends die Hauptschuld, der âFĂŒhrerbefehlâ stamme jedoch von Himmler. Nach Janko habe Hitler die Anweisung gegeben, die Deutschen SiebenbĂŒrgens und beider Banate vor der Roten Armee in Sicherheit zu bringen. Der mit der Evakuierung SiebenbĂŒrgens beauftragte SS-General Artur Phleps habe aber mehr Deutsche aus SiebenbĂŒrgen evakuiert, als ihm Himmler zugebilligt hatte. Darauf sei Himmler verĂ€rgert gewesen und habe am 10. September 1944 fĂŒr das serbische Banat ein Evakuierungsverbot verfĂŒgt. (vgl. Josef Janko, S. 255.)
cite-note-59A 10. â Beer geht so weit zu sagen, dass es einen echten, die Evakuierung erlaubenden âGeheimen FĂŒhrerbefehlâ gegeben habe, der von Behrends âaber auf Evakuierungsverbot umgefĂ€lschtâ worden sei. (vgl. Josef Beer, S. 113â124.)
cite-note-61A 11. â Nach Johann WĂŒscht stammte der âFĂŒhrerbefehlâ, der die Evakuierung generell verbot, tatsĂ€chlich aus dem FĂŒhrerhauptquartier. Im FĂŒhrerhauptquartier sei man zurĂŒckhaltend mit EvakuierungserlĂ€ssen gewesen. Die deutsche FĂŒhrung wollte nicht den Eindruck erwecken, dass sie groĂe Teile Ungarns und Kroatiens militĂ€risch verloren gab, da man sich um den Verlust der Kampfmoral der Ungarn und Kroaten sorgte. Evakuierte man die Donauschwaben nicht riskierte man den Verlust âdeutschen Blutesâ, was der Weltanschauung des Nationalsozialismus zuwiderlief. WĂŒscht glaubt, dass Hitler im August 1944 zunehmend bereit war âdeutsches Blut zu opfernâ. (vgl. Sebastian Haffner: Anmerkungen zu Hitler. Fischer Taschenbuch Verlag, 2000, S. 179.)